Während dieser Auffahrt von Sierre zum Lac de Moiry
begegnete ich nur wenigen anderen Radfahrern,
wie auch sonst im Wallis.
Liegt das daran, dass es hier fast keine Pässe gibt
und Rundtouren daher kaum möglich sind?
Oft ist hin und her auf der gleichen Straße die einzige Option.
Das gilt auch für den größten Teil dieser Fahrt
zum Lac de Moiry,
die jedoch viel Naturschönheit
und anspruchsvolle Kletterpassagen bietet.
Die ersten 13 Kilometer von Sierre bis Vissoie
führen über die stark befahrene Straße durch den Val d’Anniviers,
stark befahren auch von Lastwagen.
Trotzdem fand ich diesen Abschnitt schön,
dank des Ausblicks auf das Rhônetal
und dank des abwechslungsreichen Charakters der Straße.
So gibt es in den ersten fünf ziemlich steilen Kilometern (7–8%)
einen Abschnitt mit sechs schnell nacheinander folgenden
Haarnadelkurven.
Im Teilstück zwischen dem Weiler Niouc und Vissoie
werden relativ wenig Höhenmeter überwunden (bei durchschnittlich 3,5%).
Die Straße liegt hier hoch oberhalb einer Schlucht im Val d’Anniviers
und muss zweimal seitlich ausweichen,
um Seitentäler zu queren.
Wunderschön sind die fast senkrechten Wände dieser Seitentäler.
In Vissoie biegt man rechts ab,
und nach einer kurzen Abfahrt steigt die Straße zunächst recht steil an (8–9%)
um führt dann etwas leichter (5–7%) zum Touristenort Grimentz.
Am Ende von Grimentz verlässt man die bewohnte Welt
und wird die Fahrt spannender.
Vier Kilometer lang geht es kräftig bergauf (9–11%).
Zunächst gibt es zwei Haarnadelkurven,
danach verläuft die Straße in Längsrichtung des Tals.
Wenn man nach Verlassen des Waldes um eine Ecke kommt,
wird es für kurze Zeit weniger steil
und kommt die Staumauer des Lac de Moiry in Sicht.
Dann muss man wieder stärker treten (8%),
und macht die Straße kurz vor der Staumauer
eine weite Linkskurve.
Es folgen zwei steile Abschnitte von jeweils 250 Metern (11% und 12%).
Schließlich wartet noch ein Tunnel
mit erneut 250 Metern bei 12%.
Gleich nach dem Ende des Tunnels
steht man fast oben auf der Staumauer
und ist man am Ziel des Anstiegs.
Die Landschaft zwischen Grimentz und dem Stausee
fand ich großartig.
Wenn man noch Kraft hat, ist es sehr zu empfehlen,
am See entlang weiterzuradeln
und danach noch einen Kilometer erneut etwas bergauf,
noch etwa 50 Höhenmeter.
Die Straße endet mit einem herrlichen Ausblick
auf den Glacier de Moiry
am Fuß des Grand Cornier (3961 Meter).