Dieser Anstieg von Sierre zum gut 1400 Meter höher gelegenen Dorf Chandolin besteht aus zwei etwa gleich langen Teilen. Die ersten 13 Kilometer von Sierre bis Vissoie führen über die stark befahrene Straße durch den Val d’Anniviers, stark befahren auch von Lastwagen. Trotzdem fand ich diesen Abschnitt schön, dank des Ausblicks auf das Rhônetal und dank des abwechslungsreichen Charakters der Straße. So gibt es in den ersten fünf ziemlich steilen Kilometern (7–8%) einen Abschnitt mit sechs schnell nacheinander folgenden Haarnadelkurven. Im Teilstück zwischen dem Weiler Niouc und Vissoie werden relativ wenig Höhenmeter überwunden (bei durchschnittlich 3,5%). Die Straße liegt hier hoch oberhalb einer Schlucht im Val d’Anniviers und muss zweimal seitlich ausweichen, um Seitentäler zu queren. Wunderschön sind die fast senkrechten Wände dieser Seitentäler. In Vissoie biegen wir links ab, um den zweiten Teil der Fahrt zu beginnen. Dieser führt über St-Luc nach Chandolin, grob in Richtung Sierre zurück, aber selbstverständlich bergauf. Es müssen noch fast 800 Höhenmeter überwunden werden. Ich fand diesen Abschnitt weniger spannend als den ersten Teil der Fahrt, unter anderem weil die Steigung kaum variiert. Abgesehen von den letzten ein paar hundert Metern weist die Straße durchgehend 7 oder 8% auf. Die Aussicht ist nicht großartig, auch wenn in großer Entfernung nach Süden bei gutem Wetter das Matterhorn zu sehen ist.